Vakuumspanntisch

Version 1.4 von Paul Hermann am 2026/09/10 20:33

IconInformation

Status: Planung (Stand Sep 2026). Phase 1 Werkbank, Phase 2 Holz-CNC.

Ziel

  • Werkbank: Werkstücke zum Bekanten und Kantenfräsen schnell und schonend spannen. Auflegen → hält, Fußpedal → los. Alle vier Kanten frei.
  • Holz-CNC: Werkstücke rundum fräsen ohne Spannpratzen (Phase 2).
  • Werkstückgrößen ca. 10×10 bis 50×50 cm.

Vorbild: Schmalz Multi-Clamp VC-M / VC-M-V – Komplettset ca. 1.180 € netto, Saugplatten 160×160, 200×55, Ø210, 300×100 je 122–139 € netto. Die VC-M-Ausführung arbeitet ebenfalls mit Venturi über Druckluft. Wir bauen dieselbe Funktion mit Venturi an der Ringleitung, selbstgefrästen Saugern und Bankhaken nach, Zielkosten 450 € netto.

Randbedingungen

  • Vakuumerzeugung per Venturi an der Druckluft-Ringleitung (8 bar, ST 1510 Pro 468 l/min, IMA braucht 270 l/min). Venturi VE1.5 verbraucht 100 l/min bei 5 bar → Druckminderer nötig.
  • Kompressor läuft nur bei Freischaltung IMA/Sandstrahlkabine/Schweißen 1 oder per Eieruhr (max. 2 h). Für die Werkbank ausreichend; für Phase 2 muss die Holz-CNC in die Kompressor-Automatik.
  • Holz-CNC: Z-Hub 100 mm, Werkstück max. 70 mm, M6-Lochraster 64 mm → Platte max. 25 mm dick.
  • Multiplex ist flächig dicht, Stirnseiten lecken. MDF ist durchlässig – kein Durchsaug-Rastertisch mit Venturi möglich; nur Systeme mit Dichtschnur.

Phase 1: Werkbank

Konzept

  • Einzelsauger (wie IMA-Sauger): Multiplex-Blöcke 50 mm hoch mit Gummiauflage und Moosgummi-Dichtschnur, frei in den Bankhakenlöchern positionierbar. Werkstück steht rundum über.
  • Tastventil pro Sauger (Schmalz TVN G1/4-AG 9 N009): öffnet das Vakuum nur, wenn ein Werkstück den Stößel drückt. Unbelegte Sauger sind dicht.
  • Venturi läuft während der Session durch. Fußpedal belüftet die Vakuumleitung zum Lösen.
  • Zuführung von unten durch das Bankhakenloch, Verteiler unter der Werkbank.

Kennzahlen bei −0,7 bar: Sauger 80×80 (Schleife 64×64) ≈ 290 N, Sauger 60×200 (Schleife 44×184) ≈ 570 N. Für Bekanten/Bündigfräsen reicht ein kleiner Sauger; lange Teile auf zwei Sauger mit 30 cm Abstand.

Tastventil

Federbelasteter Taststößel; in Ruhelage verschließt ein Dichtelement am Stößel den Durchgang. Drückt das Werkstück den Stößel hinein, wird der Kanal frei. Kein Schutz gegen teilbelegte Sauger.

  • Zuleitung = G1 (G1/4 AG, 10 mm lang) – wird in die Muffe geschraubt.
  • Austritt = G2-Seite, Ringspalt um den Stößel am M10×1,25-Nippel. Auf den Nippel wird nichts geschraubt; er endet innerhalb der Dichtschnur-Schleife.
TypKörperStößelHubDurchflussPreis netto
TVN G1/4-AG 9 N009 (gewählt)15,5 mm, SW17, gesamt 47 mmØ69 mm78 l/minprüfen (TVN-Reihe günstiger als TV)
TV G1/4-AG 13 (Alternative)45,5 mm, gesamt 63 mmØ1113 mm55 l/min33 € (Firnrohr)

Schnittbild veröffentlicht Schmalz nicht – Zuordnung am ersten Exemplar verifizieren.

Vakuumstation

Auf ein Brett montiert, unter oder neben der Werkbank:

Stecknippel NW 7,2 → Kugelhahn → Druckminderer 5 bar (vorhanden) → Venturi VE1.5 (Schalldämpfer im Lieferumfang). Vakuumseite: Inline-Filter → Vakuummeter → Fußventil 3/2 (Vakuumleitung an P, A offen = Belüften) → 10‑mm‑Schlauch → Verteiler 4× 8 mm → Sauger.

Schnellkupplung im Vakuumschlauch vorsehen, damit die Station später auch die Holz-CNC versorgt.

Aufbau Sauger

Von oben nach unten:

  1. Deckplatte 12 mm Multiplex, 2 mm NBR-Gummi aufgeleimt. Nut 4×3 mm für 4‑mm‑Moosgummischnur, 8 mm vom Rand. Mittig Bohrung Ø11 in der Deckplatte für den M10-Nippel, Ø8–9 im Gummi für den Stößel (Ø6). Optional 1 mm Kreuzrillen im Gummi zur Vakuumverteilung.
  2. Körper 18 mm Multiplex. Zentrale Bohrung Ø20 für den Ventilkörper (SW17). Von unten Sackloch Ø22 für die Muffe, Tiefe so, dass der Nippel knapp unter der Gummifläche endet.
  3. Messing-Doppelmuffe G1/4 IG/IG, mit Epoxid eingeklebt. Oben Tastventil (G1/4 AG, Loctite 577) – Einschraubtiefe = Feinjustage, Stößel soll 5–6 mm über die Gummifläche stehen. Unten Steckverschraubung G1/4 AG → 8 mm.
  4. Grundplatte 18 mm Multiplex, Durchgangsbohrung Ø16 für die Steckverschraubung über einem Bankhakenloch. Zwei Dübel Ø20 als Bankhaken daneben – nehmen die Seitenkräfte, keine Zwingen nötig.
  5. Steckverschraubung ragt durch das Bankhakenloch, darunter 8‑mm‑Schlauch zum Verteiler.

Alle Bohrungen und Stirnkanten vor dem Verleimen mit Epoxid versiegeln.

Fallback ohne Zugang unter die Werkbank: Winkel-Steckverschraubung in einer Nut auf der Grundplatten-Unterseite seitlich herausführen.

Bedienablauf

  1. Kugelhahn auf, Venturi läuft.
  2. Werkstück auf Sauger legen, kurz andrücken → Tastventil öffnet, Vakuum zieht das Teil an.
  3. Fräsen/Bekanten. Vakuummeter im Blick.
  4. Pedal drücken → Teil löst sich. Wenden, neu auflegen.

Stückliste (netto, ca.)

Spalte „Vorh.“: ✓ = im Makerspace vorhanden, kein Kauf nötig.

Vakuumstation

Pos.ArtikelStk.Vorh.
1Venturidüse Hanse VE1.5, Art. 81027 (920 mbar, 3,8 m³/h, 100 l/min bei 5 bar), Schalldämpfer im Lieferumfang1 126,60
2Druckminderer G1/4 mit Manometer1
3Fußventil 3/2 Wege G1/4, monostabil1 30
4Vakuummeter −1…0 bar, G1/4, Ø501 10
5Inline-Filter, vakuumfest1 5
6Kugelhahn Druckluft G1/41 5
7Stecknippel NW 7,2 + 5 m PU-Schlauch 10 mm1 12
8Steckverschraubungen/T-Stücke G1/4 ↔ 10 mm8 16
 Zwischensumme  ≈ 205

Verteilung

Pos.ArtikelStk.Vorh.
9Verteilerblock 1× 10 mm → 4× 8 mm1 10
10PU-Schlauch 8 mm, 10 m1 10
11Blindstopfen 8 mm4 3
 Zwischensumme  ≈ 23

Sauger: 2× 80×80, 2× 60×200

Pos.ArtikelStk.Vorh.
12Schmalz Tastventil TVN G1/4-AG 9 N009 (Art. 10.05.10.00065, Hub 9 mm, 78 l/min; Alternative TV G1/4-AG 13, 33 €)4 ≈ 100 (prüfen)
13Messing-Doppelmuffe G1/4 IG/IG4 10
14Steckverschraubung gerade G1/4 AG → 8 mm4 8
15Multiplex Birke 18 + 12 mm, Reste ≈ 0,2 m² 10
16NBR-Gummiplatte 2 mm, ≈ 0,1 m²
17Moosgummi-Dichtschnur 4 mm, 10 m (Hanse)1 14,90
18Epoxidharz + Loctite 577 15
19Buchendübel Ø20 (Bankhaken)8 3
 Zwischensumme  ≈ 160

Gesamt ≈ 390 € netto (≈ 465 € brutto). Sparvariante 1× 80×80 + 1× 60×200: ≈ 330 €.

Offene Punkte

  • Preis TVN G1/4-AG 9 N009 anfragen (Firnrohr Automation). Erst ein Ventil kaufen: Öffnungspunkt im Hub, Federkraft und Austrittsseite prüfen. Dann Rest bestellen.
  • Rastermaß und Lochdurchmesser der Werkbank prüfen (Dübel anpassen).
  • Tastventil hat keinen Schutz gegen teilbelegte Sauger: Werkstück muss die Dichtschnur-Schleife komplett abdecken.
  • Später: Luftsparschaltung (Vakuumbehälter + Rückschlagventil + Vakuumschalter), damit die Venturi nicht dauerläuft.

Phase 2: Holz-CNC (Skizze)

  • Zweilagige Nutenrasterplatte 500×600 mm: Unterlage 9–12 mm mit gefrästem Kanalnetz (4–6 Zonen, Kugelhähne), Deckplatte 12 mm mit Nutraster 4×3 mm im 25‑mm‑Raster und 6‑mm‑Ports auf die Kanäle. Gesamt 21–24 mm.
  • Dichtschnur je Job 8–10 mm innerhalb der Werkstückkontur einlegen, ungenutzte Ports der Zone mit Stopfen/Klebeband schließen. Beim Durchfräsen 0,2–0,3 mm in die Platte; Platte ist Verschleißteil, regelmäßig abplanen.
  • Vakuumanschluss seitlich: 10‑mm‑Messingrohr mit Epoxid in die Stirnseite, darauf Steckverbinder. Zwei Anschlüsse (vorn/hinten), einer mit Blindstopfen.
  • Befestigung: Senkbohrungen für M6 im 64‑mm‑Raster, Löcher abdecken.
  • Voraussetzung: Holz-CNC in die Kompressor-Automatik aufnehmen (Eieruhr max. 2 h reicht nicht für lange Jobs).
  • Haltekraft bei −0,7 bar: 10×10‑Teil (Schleife 75×75) ≈ 390 N senkrecht, 150–200 N seitlich → bei kleinen Teilen flacher zustellen.

Quellen